Ziele der Lernerplattform Italienisch

Hauptziel ist es, eine nachhaltig verwendbare Datenbank lernerspezifischer und lernerrelevanter Phänomene der italienischen Sprache (als Fremdsprache bzw. L2/L3) mit fünf verschiedenen „Schnittstellen“, i.e. Komponenten, denen verschiedene Teilprojekte entsprechen, zu erstellen, die sich zu einem Gesamtprojekt bündeln lassen;

Diese „Datenbank“ stellt eine in dieser Form einmalige umfangreiche Dokumentation zu einer Vielzahl von Phänomenen der italienischen Sprache dar, die sich auf folgende fünf Bereiche verteilen:

  1. lernerrelevante und aus deutscher Sicht besonders schwierige Aspekte der italienischen Grammatik, z.B. zu Pronomina, Komparativ, Konjunktiv;
  2. Zweifelsfälle der sprachlichen Norm des Italienischen (ein Untersuchungsgegenstand, der in einem Italianistikstudium gemeinhin völlig vernachlässigt wird);
  3. Lexikon: Musterartikel für ein Lernerwörterbuch Italienisch (Italienisch als Zweit- oder Drittsprache bzw. als Fremdsprache);
  4. sprachliches Wissen über Phraseme („PhraseoFrame“, [s. Beispiel]) des Italienischen – theoretisch und methodisch basierend auf Ansätzen der Framesemantik und Konstruktionsgrammatik;
  5. sprachliches Wissen über die kommunikativen und pragmatischen Besonderheiten von Diskursmarkern des Italienischen (unter Einbezug der Übersetzungsproblematik) – theoretisch und methodisch insbesondere basierend auf Ansätzen der Konstruktionsgrammatik.

Die Studentinnen und Studenten lernen, die Fremdsprache Italienisch nicht nur aus einer Quelle (z.B. einer Grammatik oder einem Wörterbuch, womöglich LEO oder pons.de) wahrzunehmen und zu lernen, sondern erarbeiten sich kompilatorisch, i.e. durch das Heranziehen aller relevanten einschlägigen Nachschlagewerke, einen Einblick in ein breites Spektrum metasprachlicher Präsentationen und unterschiedlicher grammatikographischer und lexikographischer Herangehensweisen, letztlich auch unterschiedlicher Meinungen zu bestimmten Phänomen.

Die kompilatorische Arbeit führt dabei, auf die jeweiligen Phänomene (z.B. Konjunktiv im Italienischen) bezogen, nicht nur zu einer Art „Metagrammatik“ oder „Grammatik der Grammatiken“, die Studierenden lernen auch Sprachnormdiskussionen und sprachkritische Haltungen in Italien kennen. Dieser Einblick wird insbesondere durch die Auswertung von Sprachberatungsportalen (wie diejenigen der Accademia della Crusca, von Zanichelli oder Treccani), Sprachblogs und Mailinglists wie Italiano_L2 gewährleistet.
Die Studierenden lernen ferner, wie man grammatikalische und lexikalische Phänomene (z.B. idiomatische Wendungen oder Phraseoschablonen) mit Methoden der Korpuslinguistik ganzheitlich beschreibt und tragen dazu bei, eine in dieser Weise nirgends dokumentierte verstehensrelevante Darstellung des „Funktionierens“ eines Phänomens (auch in pragmatischer und diskursiver Hinsicht) umzusetzen.

Sie lernen ferner, auf der Basis ihrer kompilatorischen Arbeit und ihres durch Korpusuntersuchungen gewachsenen sprachlichen Wissens  eigene lernerzentrierte Vorschläge (z.B. für grammatikalische Aspekte und Wörterbuchartikel) zu erstellen (Grammatik, Lexikon).

Alle Benutzerinnen und Benutzer der Lernerplattform Italienisch können darüber hinaus von dem dort verfolgten ganzheitlichen Beschreibungsansatz profitieren. Noch nie wurden Phraseme, Diskursmarker und Normschwankungen der italienischen Sprache so detailliert dargestellt wie hier. Wer wissen will, in welchen Situationen und mit welcher Motivation und welchem Ziel italienische Muttersprachler ein Idiom wie arrampicarsi sugli specchi verwenden oder wann und mit welchem kommunikativen und pragmatischen Effekt man im Italienischen einen Diskursmarker wie capirai benutzt, der wird auf den Seiten der Lernerplattform Italienisch auf seine Kosten kommen.

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