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Nachdem man auf der Startseite den zentralen Button Plattform / Piattaforma angeklickt hat, hat man mehrere Such-Optionen zur Verfügung. So kann man zunächst über das Feld Bereich einen der fünf Themenbereiche der Plattform (Grammatik, Norm, Lexikon, Phraseme, Diskursmarker) auswählen. Wählt man etwa den Bereich Grammatik aus, so erscheinen alle zu diesem thematischen Schwerpunkt veröffentlichten Artikel.

Über das Feld Thema hingegen kann man (unabhängig vom Bereich) direkt nach einem bestimmten sprachlichen Phänomen suchen. Dies tut man, indem man den Namen des Phänomens oder Teile davon eingibt. Sucht man etwa nach dem Phrasem avere la coda di paglia, kann man entweder avere la coda di paglia oder nur coda oder paglia eingeben, um dieses zu finden.

Weiterhin hat man mithilfe der Option In allen Feldern suchen die Möglichkeit, in sämtlichen veröffentlichten Artikeln nach einem bestimmten Wort oder Begriff zu suchen. Fällt einem beispielsweise nicht die italienische Entsprechung zum deutschen Phrasem das Haar in der Suppe suchen ein, so kann man die Wörter Haar oder Suppe in die Suchzeile eingeben, um zu cercare il pelo nell’uovo zu gelangen.

Schließlich sei auf die spezielle Userfunktion hingewiesen, die sich ergibt, wenn man unter Bereich die Phraseme auswählt: Auf der dann erscheinenden Seite, ist oben rechts der Button Nach semantischen Feldern ordnen zu finden, bei dessen Betätigung man eine Auflistung der Phraseme nach semantischen Feldern erhält.

 

Basis- und Detailmodus bei den Phrasemen

Die Artikel aus dem Bereich der Phraseme enthalten neben zahlreichen Informationen aus Wörterbüchern verschiedener Art auch einen empirisch belegten Analyseteil: Die Ergebnisse ausführlicher Korpusrecherchen werden hier ausgewertet und mit den Informationen der zitierten Wörterbucheinträge verglichen, sodass letztlich detaillierte Angaben zum syntaktischen Verhalten, zur Semantik und zu bestimmten pragmatischen Faktoren gemacht werden können. Das Ergebnis ist ein umfassender PhraseoFrame. Hierbei kann der User, je nachdem, wie ausführlich er sich mit einem Phrasem beschäftigen möchte, zwischen dem Basis– und dem Detailmodus wählen.

Der Analyseteil des Basismodus umfasst die folgenden näher zu erklärenden Rubriken:

  • Form: Hier wird ein Überblick über alle belegten formalen Varianten eines Phrasems gegeben, wobei die Variation jedes einzelnen Strukturelements berücksichtigt wird. Die von der Standardform abweichende Variante eines Strukturelements wird jeweils kursiv hervorgehoben. So sind etwa für das Phrasem mettere i bastoni tra le ruote die Verbvarianten gettare/frapporre/cacciare mindestens einmal belegt. Grundsätzlich werden die Varianten nicht nur einzeln nacheinander aufgelistet, sondern es wird auch darauf geachtet, ob bzw. wie sie jeweils mit den anderen Strukturelementen des Phrasems kombiniert werden können. Darüber hinaus werden Variationen der syntaktischen Stellung berücksichtigt, wie z. B. im Fall von spaccare il capello in quattro, bei dem die Inversion der Strukturelemente capello und quattro möglich ist.
  • Gebrauchshinweise: Dieses Feld bietet die Möglichkeit, Besonderheiten pragmatischer und diskursiver Natur festzuhalten, die den Gebrauch eines Phrasems kennzeichnen und für Lerner von besonderem Interesse sind. Hierbei kann es sich u. a. um Folgendes handeln: die Abgrenzung eines Phrasmes von anderen, semantisch oder formal ähnlichen Phrasemen (vgl. attaccare un bottone und attaccar bottone) oder die linguistische Einordnung bestimmter Subvarianten eines Phrasems (vgl. farla in barba a qlcu und dessen explizite Variante fare qualcosa in barba a  qlcu); Angaben zur Motivation, zur Rhetorik oder ähnlichen Aspekten des Gebrauchs (Wird ein Phrasem meist abwertend oder ironisch gebraucht? Ist der Gebrauch als unproblematisch oder eher als heikel in Bezug auf das Verhältnis der Gesprächspartner einzustufen? etc.) (vgl. etwa scoprire l’acqua calda); Angaben zur Gebrauchsfrequenz; Hinweise zu semantischen oder pragmatischen Unterschieden zwischen dem italienischen Idiom und seiner (vermeintlich wörtlichen) Entsprechung im Deutschen (vgl. rompere il ghiaccio und das Eis brechen) usw.
  • Interne Syntax: Obligatorische Strukturelemente: Als obligatorische Strukturelemente eines Phrasems gelten all jene, die nicht ausgespart werden können und mindestens zu verwenden sind, um die idiomatische Bedeutung des Phrasems auszudrücken. So ist es beispielsweise in bestimmten Gebrauchskontexten ausreichend, das Strukturelement [polverone] bzw. [polveroni] zu verwenden, um damit idiomatisch einen ‚ausgebrochenen Skandal‘, ‚eine Welle der Entrüstung‘ o. Ä. zu bezeichnen – das Verb alzare und der Artikel un sind hierfür nicht erforderlich, vgl.: Io sono convinto che tutto il polverone della settimana, i processi, le critiche, i dibattiti non facciano male a nessuno. (Corpus La Repubblica). Kann ein obligatorisches Strukturelement variiert, d. h. flektiert oder durch Teil-Synonyme ersetzt werden, so werden diese formalen Varianten neben der Standardform aufgeführt; sind die Varianten als (deutlich) seltener einzustufen, wird dies durch eine runde Klammer gekennzeichnet, vgl. für spaccare il capello in quattro: [spaccare/(dividere)/(spezzare)/…] il/i [capello/(capelli)] [in quattro/(due)]. Die drei Punkte hinter spezzare deuten hier an, dass es noch weitere Varianten gibt, die die Standardverbvariante spaccare ersetzen können. Aus theoretisch-konzeptioneller Sicht ist die Variabilität eines Strukturelements gemäß dem hier vertretenen Ansatz somit grundsätzlich kein Ausschlusskriterium für dessen Obligatheit.
  • Modifikatoren der internen Syntax: Mit dieser Rubrik wird jenen Elementen Rechnung getragen, die Teile der internen Syntax semantisch modifizieren und strukturell ziemlich fest in letzterer verankert sind, meist jedoch nicht obligatorisch sind. Typische Modifikatoren sind z. B. non stare più nella pelle und tirare troppo la corda.
  • Interne Syntax: Fakultative Strukturelemente: Hier werden sämtliche Strukturelemente der internen Syntax aufgeführt, die ausgespart werden können, ohne dass der Gebrauch des Phrasems dadurch ungrammatisch oder nicht-idiomatisch wird. Formal und methodisch erfolgt die Auflistung der fakultativen Strukturelemente wie für das Feld ‚Obligatorische Strukturelemente‘ beschrieben.
  • Valenzen: Hier werden die durch die Korpusrecherche ermittelten Valenzen eines Phrasems aufgeführt. Der Gebrauch jeder Valenz wird durch zwei bis drei Korpusbeispiele veranschaulicht. Die überleitende Präposition wird hierbei (falls vorhanden) fett markiert; ist der Gebrauch einer Valenz fakultativ, steht diese in Klammern, vgl.: attaccare un bottone (a qualcuno). Grundsätzlich wird zwischen sogenannten grammatischen (alzare un polverone su qualcosa) und lexikalischen Valenzen (alzare un polverone a proposito di qualcosa) unterschieden, wobei nur erstere in dieses Feld aufgenommen werden (während letztere unter ‚Externe Syntax‘ vermerkt werden).
  • Externe Syntax: Dieser Punkt gibt dem Lerner wertvolle Informationen darüber, wie ein Phrasem typischerweise in einen Satz integriert wird (z. B. wie syntaktisch von oder zu diesem übergeleitet wird) und mit welchen Elementen es häufig kombiniert wird (kookkurrente Elemente). So zeichnet sich z. B. die externe Syntax von attaccare un bottone (a qualcuno) oft durch die Verwendung von Attributen wie tremendo, infinito etc. aus, die sich syntaktisch auf bottone beziehen und semantisch den lästigen Charakter des Gesprächs unterstreichen, in das sich das Patiens verwickelt sieht.
  • Semantisches Feld: Die Klassifizierung der Phraseme nach semantischen Feldern basiert auf der Übersicht von Bárdosi/Ettinger/Stölting (2003), Redewendungen Französisch/Deutsch. Hierbei kommt es selten vor, dass ein Phrasem vollständig einem einzigen semantischen Feld entspricht. So wird die Übersicht von Bárdosi/Ettinger/Stölting (2003), falls nötig, durch eigene Vorschläge ergänzt.
  • Bedeutung: Mithilfe dieses wichtigen Feldes wird versucht, die Bedeutung eines Phrasems in möglichst umfassender und präziser Weise zu beschreiben. Die Korpusanalysen ermöglichen es meist, eine Vielzahl von (Unter-)Bedeutungen aufzuzeigen, die in den Wörterbüchern nicht zu finden sind, und liefern meist genügend Material, um die einzelnen Bedeutungsvarianten mit anschaulichen Beispielen zu belegen. Sollten die Korpusbeispiele schwer verständlich oder in anderer Weise ungeeignet sein, um die jeweilige Bedeutung zu veranschaulichen, so wird ggf. auf ausgedachte Beispielsätze zurückgegriffen.
  • Thesaurus Lexeme/Phraseme: Im Feld Thesaurus Lexeme werden Lexeme aufgeführt, die der Lerner gebrauchen kann, um die Bedeutung eines Phrasems auf nicht-idiomatische Weise auszudrücken. Das Feld Thesaurus Phraseme zeigt Redewendungen, die dem behandelten Phrasem semantisch-pragmatisch ähneln und somit, je nach Kontext, alternativ zu diesem gebraucht werden können.
  • Situativer Rahmen: Hier kann man erfahren, in welchen situativen Kontexten man ein Phrasem typischerweise verwendet. Beispielsweise zeichnet sich der situative Gebrauchskontext des Phrasems dirne quattro a qualcuno oft dadurch aus, dass der Sprecher/das Agens erregt ist und dem Adressaten/Patiens am liebsten auf der Stelle die Meinung sagen würde, vgl.: Avrebbe veramente voluto dirgliene quattro. Sì esatto, lì di fronte a tutti. (WEBBIT)
  • Motivation: Wichtig ist auch, mit welcher Motivation ein Phrasem typischerweise gebraucht wird bzw. welche illokutiven Funktionen es haben kann. So gebraucht der Sprecher etwa scoprire l’acqua calda oft, um zu unterstreichen, dass er eine bestimmte Aussage o. Ä. für äußerst banal oder unspektakulär hält; diese Kritik bringt er zudem meist auf abwertende oder gar abwertend-ironisierende Weise zum Ausdruck, vgl.: Complimenti per aver scoperto l’acqua calda (PAISÀ). Hierbei wird auch der Tatsache Rechnung getragen, dass aus der Bedeutung eines Phrasems nicht automatisch dessen illokutive Funktion abzuleiten ist: So muss z. B. mit avere la coda di paglia nicht unbedingt eine Kritik oder eine Unterstellung geäußert werden, sondern der Sprecher kann u. a. auch bestreiten, dass er ein schlechtes Gewissen, ein Schuldgefühl o. Ä. hat (mica sono io quello che ha la coda di paglia!).
  • Register: Hier wird angegeben, welchem Sprachstil der Gebrauch eines Phrasems i. d. R. entspricht. Hierbei werden die auf dem Nähe-Distanz-Modell von Koch/Oesterreicher (20112) basierenden Kategorien ’nähesprachlich‘ – ’neutral‘ – ‚distanzsprachlich‘ verwandt. So bedeutet ’nähesprachlich‘ tendenziell, dass der Gebrauch eines Phrasems auf eher informelle Kommunikationssituationen beschränkt ist, von Sprecher und Hörer als „umgangssprachlich“ wahrgenommen wird, eine gesteigerte Emotionalität des Sprechers widerspiegelt usw. ‚Distanzsprachlich‘ meint entsprechend das Gegenteil.

 

Dem Detailmodus gehören die folgenden näher zu erklärenden Kategorien an:

  • Variabilität der Strukturelemente (2x): Diese Kategorie dient dazu, die knappe Darstellung der Felder Obligatorische Strukturelemente und Fakultative Strukturelemente inhaltlich auszuführen und sie ggf. um noch detailliertere Informationen zur Variabilität zu ergänzen. So wird die Variationsmöglichkeit eines Strukturelements zunächst mit Korpusbeispielen veranschaulicht. Zudem werden, falls nötig, Hinweise zur Gebrauchsfrequenz bzw. zur „Markiertheit“ bestimmter Varianten, zur Kombinierbarkeit der Strukturelemente gegeben und weitere Gebrauchsspezifika syntaktischer Natur diskutiert. Auch weitere, spärlich belegte Gebrauchsvarianten, deren linguistische Einordnung mitunter schwerfällt, werden hier erwähnt.
  • Interne Syntax: Fakultative Elemente: Dieses Feld gibt Auskunft darüber, wie flexibel ein Phrasem hinsichtlich der Integration fakultativer Elemente in die interne Syntax ist. So werden in einer schematischen Übersicht repräsentative Beispiele für die Integration von Elementen unterschiedlicher Art (z. B. Attribute, Adverbien, Parenthesen etc.) gegeben, wobei es sich stets um authentische Korpusbeispiele handelt. Aus formaler Sicht sei darauf hingewiesen, dass die Schreibung in Majuskeln bedeutet, dass das jeweilige Strukturelement in der unflektierten Grundform aufgeführt wird.
  • Semantische Rolle: Die Analyse der semantischen Rollen beruht auf den Ausführungen von Christian Lehmann (vgl.: www.christianlehmann.eu/ling/lg_system/sem/index.html?http://www.christianlehmann.eu/ling/lg_system/sem/semant_rollen.php). In Fällen, in denen die Übersicht Lehmanns nicht ausreicht, um die semantischen Funktionen der Satzteile eines Phrasems zu benennen, werden eigene Bestimmungen vorgenommen. Grundsätzlich werden nur die nicht-idiomatischen Valenzen eines Phrasems analysiert; die idiomatischen Strukturelemente, obgleich in manchen Fällen semantisch remotivierbar, werden hingegen nicht berücksichtigt. Auch die Frage der Belebtheit/Unbelebtheit eines Referenten spielt eine Rolle.
  • prosodische/morphologische/syntaktische/semantische/pragmatische/stilistische/diskursive Besonderheiten: Mithilfe dieser Kategorie werden alle übrigen sprachlichen Besonderheiten berücksichtigt, die durch die bisher beschriebenen Felder nicht erfasst werden. So spielen etwa auf syntaktischer Ebene Phänomene wie Links- oder Rechtsverschiebungen, markierte Satzstellungen oder der Passivgebrauch eine Rolle, auf morphologischer Ebene werden markierte Flexionsformen des finiten Verbs hervorgehoben, auf stilistischer Ebene wird u. a. auf ironische Verwendungsweisen eines Phrasems eingegangen usw.

Zudem enthält der Detailmodus sämtliche zitierte Einträge der konsultierten Wörterbücher, die der User somit bei Interesse heranziehen kann.